Die Geschichte der Militärmusik Tirol in Kurzfassung ab dem Jahre 1957

 

 

 

Mit der Zuerkennung einer eigenen Militärmusik der damaligen 6. Gebirgsbrigade

 am 1. August 1957 begann eine neue Ära in der Geschichte der Militärmusikkapellen in Tirol. Mit dem Aufbau der "Militärmusik des Militärkommandos Tirol" wurde Prof. Siegfried Somma betraut.

 

Oberstleutnant Prof. Siegried Somma – Militärkapellmeister von 1957 bis 1971

 

 1910 in Villach geboren, nahm schon als Achtjähriger ersten Musikunterricht auf der Violine. Bereits mit 14 Jahren musizierte er in einem Amateurorchester. Nach der Gründung eines eigenen Unterhaltungsorchesters erlernte er neben seiner Leidenschaft - der Musik - den Beruf eines Kaufmannes. Bereits als 26 jähriger schloss er die Ausbildung am Mozarteum in Salzburg mit der Reifeprüfung im Hauptfach Violoncello ab.

 

 Abkommandiert nach Berlin zum dreijährigen Musikmeisterlehrgang der deutschen Wehrmacht im Jahre 1939 absolvierte er diesen 1941 mit Vorzug!

 Nach dieser Zeit übernahm er die musikalische Leitung des Musikcorps des 5. Pionierbataillons.Mit dem Ende des 2. Weltkrieges beteiligte er sich maßgeblich am Wiederaufbau des "Mozarteum Orchesters in Salzburg". Seine Tätigkeiten im Orchestervorstand oder als Solocellist brachten Siegfried Somma großes Ansehen!

 

 Ein Kontakt zu "Leo Ertl" brachte neue Verbindungen zum Österreichischen Bundesheer. Und so trat Siegfried Somma im Jahre 1957 in den Dienst des Österreichischen Bundesheeres ein. Im selben Jahr wurde er zum Jägerbataillon 22 nach Innsbruck versetzt.

 Als Militärkapellmeister der Militärmusik Tirol, nach höchst erfolgreichen Tätigkeiten im militärischen als auch im zivilen Blasmusikwesen wurde Siegfried Somma nach 14 Jahren unermüdlicher Arbeit der Berufstitel "Professor" zuerkannt!

 

 Im Jahre 1971 trat Prof. Siegfried Somma in den wohlverdienten Ruhestand!

 Sein Wirken als musikalischer Leiter der "Militärmusik Tirol", der "Rettenberger Musikkapelle Swarovsky Wattens", der "Bundesmusikkapelle Zell am Ziller" und als Mitbegründer der 1971 neugegründeten "Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK" brachten ihm großes Ansehen als Mensch, Dirigent, Führungspersönlichkeit, ausgezeichneten Musiker, Arrangeur und Komponisten im In- und Ausland! Im Jahre 1994 verstarb Prof. Siegfried Somma in Innsbruck.

 

Oberst Prof. Mag. Hans Eibl – Militärkapellmeister von 1972 - 2000

 

 Nach der Pensionierung von Prof. Siegried Sommas übernahm im Jahre 1972 der frühere Militärmusiker und Soloklarinettist der Militärmusik Tirol, Obst. Prof. Mag. Hans Eibl nach einjähriger Militärkapellmeistertätigkeit der Militärmusik des Militärkommandos Niederösterreich die musikalische Leitung der Militärmusik Tirol!

 

 Prof. Mag. Hans Eibl, geboren 1936 in Obertrum bei Salzburg rückte im Jahre 1957 zur Militärmusik des Militärkommandos Salzburg ein, absolvierte dort eine zweijährige Kapellmeisterausbildung bei Prof. Ertl. Mit der Diplomprüfung im Hauptfach Klarinette bei Prof. Dr. Alois Heine beendete er sein Studium im Jahre 1964 und bereits 1967 legte er die Militärkapellmeisterprüfung in Wien ab. 1986 graduierte er zum "Magister Atrium" und 1989 erfolgte durch den Bundespräsidenten die Ernennung zum "Professor!"

 Im Jahre 2000 trat Obst. Prof. Mag. Hans Eibl in den wohlverdienten Ruhestand!

 

Militärkapellmeister Oberst Ernst Herzog

 

Unter seiner Leitung stand die Militärmusik Tirol vom 1. April bis 31. Dezember 2000.

 Seit 1. Jänner 2001 ist Oberst Ernst Herzog Militärkapellmeister der „Militärmusik Salzburg“.

 

 

Militärkapellmeister Oberst Prof. Hannes Apfolterer

 

 Hannes APFOLTERER, geboren 1965, wuchs in Mayrhofen im Zillertal in Tirol auf und trat bereits im Alter von 10 Jahren als Klarinettist in die Musikkapelle seines Heimatortes ein.

 

 Ab 1981 war er für ca. 10 Jahre als Organist in der Pfarrkirche Mayrhofen tätig, ab 1982 übernahm er für ca. 4 Jahre die Leitung der Pfarrsängerrunde in Mayrhofen.

 

 1983 zur Militärmusik TIROL einberufen, konnte er während seiner Dienstzeit am Konservatorium der Stadt Innsbruck sein Musikstudium fortsetzen, das er 1990 mit der Ablegung der staatlichen Lehramtsprüfung im Fach Instrumental- und Gesangspädagogik und der Diplomprüfung im Hauptfach Klarinette mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss.

 

 1983 gründete er die BIG BAND und die COMBO der Militärmusik TIROL, 1985 legte er erfolgreich die Konzertprüfung zum „Diamantenen Leistungsabzeichen“ auf der Klarinette in Holland ab.

 

 Er absolvierte die Ausbildung zum Blasorchester-Leiter am Konservatorium der Stadt Innsbruck und an der Kapellmeisterschule von Generalmusikdirektor Professor Edgar Seipenbusch setzte er seine dirigiertechnische Ausbildung zum Orchester-Dirigenten fort. Als eingeteilter Musikmeister der Militärmusik TIROL bereitete er sich auf die Militärkapellmeister-Prüfung vor, legte diese 1993 mit Auszeichnung ab und wurde danach als stellvertretender Militärkapellmeister bei der Militärmusik TIROL diensteingeteilt.

 

 Mit der BIG BAND der Militärmusik TIROL und der Bundesmusikkapelle Stumm im Zillertal, die er 1990 als Kapellmeister für 5 Jahre übernommen hatte, produzierte er im Jahr 1993 seine ersten beiden CDs.

 

 Als 2. Militärkapellmeister der Militärmusik TIROL wurde er dem damaligen Armeekapellmeister Oberst Prof. Mag. Anton Othmar Sollfelner im Bundesministerium für Landesverteidigung in Wien für mehrere Monate zur Erarbeitung und Verfassung des neuen Soldatenliederbuches im Österreichischen Bundesheer dienstzugeteilt.

 

 Im Jänner 1994 im Alter von 29 Jahren wurde Militärkapellmeister Hannes APFOLTERER zum Kapellmeister des bekannten militärhistorischen Blasorchesters „Original Tiroler Kaiserjägermusik“ mit Sitz in Innsbruck bestellt. Kontinuierlich formte er es zu einem der renommiertesten Blasorchester Europas, das mittlerweile rund 100 Mitglieder zählt.

 

 Im März 1995 wurde Militärkapellmeister APFOLTERER mit der Leitung der Militärmusik SALZBURG beauftragt. 1996 dirigierte er erstmals alle österreichischen Militärmusiken bei der gemeinsamen Uraufführung der von ihm komponierten Millenniumshymne anlässlich 1000 Jahre Österreich in Salzburg auf dem Residenzplatz. Im Jahr 2000 spielte die erste Frau bei einer österreichischen Militärmusik, und zwar bei der Militärmusik SALZBURG, die er bis Ende 2000 führte.

 

 Ab 2001 Chef und Kommandant der Militärmusik TIROL, wurde ihm interimistisch zusätzlich von August 2008 bis März 2010 die Leitung der Militärmusik VORARLBERG (Bregenz) übertragen, was bedeutet, dass er in diesem Zeitraum verantwortlicher Dirigent von drei großen, namhaften Orchestern gleichzeitig war.

 

 Mit den diversen Klangkörpern spielte Hannes APFOLTERER bis Ende 2015 mehr als 20 CDs ein, davon 2 zusätzlich mit Soldatenchor.

 

 Am 1. Juli 2015 wurde Militärkapellmeister Hannes APFOLTERER zum Oberst befördert.

 

 Mit Ende Oktober 2015 wurde die „Militärmusik TIROL“ in der derzeitigen Besetzung von 46 Musikern von Militärkommandant Generalmajor Mag. Herbert BAUER offiziell entlassen und gleichzeitig die neue Formation „Ensemble 6 der österreichischen Militärmusik“ mit 20 Personen in den Dienst gestellt.

 

 Im Rückblick ist es Oberst Hannes APFOLTERER eine ganz besondere Freude, Militärkapellmeister der Militärmusiken SALZBURG, VORARLBERG und TIROL gewesen zu sein, also jener 2 Bundesländer Österreichs, in deren Landeshauptstädten sich die weltbekannten Festspielstädte SALZBURG und BREGENZ befinden sowie zuletzt in der dreifachen OLYMPIA-Stadt INNSBRUCK.

 

 Ehrungen und Auszeichnungen:

 

 2009: Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck,

 überreicht von Frau Bürgermeisterin Hilde Zach.

 

 2013: Ehrenzeichen „Nikolaj Rimskij-Korsakow“ (Medaille) des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation, überreicht vom Leiter des Militär-Orchesterdienstes der Streitkräfte der Russischen Föderation, Haupt-Armeekapellmeister General-Leutnant Valery Khalilov.

 

 2014: Verdienstkreuz des Landes Tirol, überreicht von den Landeshauptmännern Günther Platter (Tirol) und Arno Kompatscher (Südtirol) in Anwesenheit der Tiroler Landesregierung und hoher Repräsentanten aus beiden Landesteilen in der Innsbrucker Hofburg.

 

 2015: Verleihung des Berufstitels „Professor“ für seine Verdienste als „Kapellmeister, Musiker und Musikpädagoge“ durch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Überreichung der Urkunde durch Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

 

 

 Seine Eigenschaften als Militärkapellmeister der Militärmusik Tirol und Kapellmeister der Original TIROLER KAISERJÄGERMUSIK, als Komponist und Arrangeur haben Oberst Prof. Hannes Apfolterer national als auch international großes Ansehen gebracht!

 

Quellennachweis: Hannes Apfolterer

 

Auszug über internationale Auftritte der Militärmusik Tirol der letzten Jahre

 

 Belgien

 Frankreich

 Deutschland

 Italien

 Tschechien

 Ungarn

 Polen

 Schweden / Stockholm und Ystad

 Lybien / Tripolis – 2009 -  „Internationalen Feierlichkeiten zum 15 Jahr-Jubiläum der Afrikanischen Union“ - als erste österreichische Militärmusik auf dem afrikanischen Kontinent

 Kanada / Quebec - 2012 „Internationalen Militärmusik-Festival“ - als erste österreichische Militärmusik auf dem amerikanischen Kontinent

 Russland / St. Petersburg – „Internationalen Militärmusik-Festival aus Anlass - 200 Jahre St. Petersburg“

Russland / Moskau - „Spasskaya Tower Military Festival Moscow“ - als erste österreichische Militärmusik

 

 Im Zuge der Reform des Österreichischen Bundesheeres unter dem Verteidigungsminister Herrn Mag. Gerald Klug (Amtszeit vom 11.03.2013 bis 26.01.2016), wurde die "Militärmusik Tirol" bzw. "Militärmusik des Militärkommando Tirols" auf "Ensemble 6 der Österreichischen Militärmusik" unbenannt und die Anzahl auf 19 Militärmusiker festgesetzt. Somit besteht das "Ensemble 6 der Österreichischen Militärmusik" aus 1 Offizier (Kapellmeister),

 6 Unteroffizieren und 13 Rekruten.

 

1. Juli 2016

 

Laut Bundesminister für Landesverteidigung und Sport, Herrn Mag. Peter Doskozil, entfallen die Bezeichnungen "Ensemble .. der Österreichischen Militärmusik". Die ursprünglichen Namen der Militärmusikkapellen in den jeweilgen Bundesländern erlangen wieder ihre Gültigkeit.

 Anhand dieser Änderung lautet wieder die offiziell Bezeichnung der Militärmusik Tirol -

"Militärmusik des Militärkommando Tirols".

 

1. September 2016 "Militärmusik in voller Stärke"

 

Die „Militärmusik des Militärkommando Tirols“ verfügt ab 1. September 2016 neben dem Kapellmeister über 15 Berufsmusiker und 30 Wehrpflichtige.

 Die Berufsmusiker, Unteroffiziere und Chargen, sind auch für die militärische Ausbildung ihrer Musiker und für weitere militärische Aufgaben verantwortlich.

 

 Die Grundwehrdiener rücken bei der Militärmusik ein, werden dort militärisch und als Musiker bzw. Musikerin ausgebildet, leistet ihren Dienst in musikalischen und militärischen Belangen und rüstet auch dort wieder ab.

 

 Die Grundwehrdiener verpflichten sich freiwillig für 7 Monate und leisten nach dem 6 monatigem Grundwehrdienst insgesamt 13 Monate ihren Dienst bei der Militärmusik.

 

 Die Militärmusiker bzw. Militärmusikerinnen verbringen Teile ihrer Dienstzeit auch für rein militärische Aufgaben.

 

 Die "Militärmusik des Militärkommando Tirols" ist und war seit jeher ein wichtiges Aushängeschild und ein wesentlicher Träger der Öffentlichkeitsarbeit des Österreichischen Bundesheeres in Tirol.

 Sie gilt als „Kaderschmiede“ für unsere zivilen Musikkapellen aber auch als ein wichtiger Ausbildungspartner des Tiroler Blasmusikverbandes und soll auch hinküftig der Stolz aller Tiroler Blasmusiker sein.

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